Welche Probleme haben Antibiotika und Antimykotika im Ohr?
Der Ohrkanal ist kein glattes Rohr. Er hat Unebenheiten und Vertiefungen. Ist er entzündet weist die Haut zusätzlich Läsionen auf. Aufgrund ihrer Oberflächenspannung können Flüssigkeiten nicht in kleine Öffnungen eindringen.
Flüssig, verabreichte Antibiotika haben zwar eine Fernwirkung, diese nimmt aber mit der Distanz ab. Damit Antibiotika wirken brauchen sie eine bestimmte Konzentration am Bakterium – man nennt diese Minimum Inhibition Concentration (MIC). Ist die Konzentration am Bakterium nicht hoch genug, wird das Bakterium Mechanismen entwickeln, um einem erneuten Angriff abzuwehren. Da Bakterien sich alle 20-30 Minuten erneuern, können sie innerhalb eines Tages etliche Evolutionsschritte durchlaufen. Deshalb ist das Risiko der Resistenzbildung bei lokalen Antibiotika Vergaben (wie z.B. im Ohr) hoch.
Warum ist coldPlasma so sinnvoll im Ohr?
Als feines ionisiertes Gas hat coldPlasma den Vorteil, dass es auch kleinste Vertiefungen oder Läsionen erreichen kann. Da es die Membran der Bakterien unmittelbar bei Kontakt zerstört und da es sich um einen flüchtigen, physikalischen Zustand handelt, ist eine Resistenzbildung nach aktuellem Kenntnisstand ausgeschlossen.