AMAMUS Vet coldPlasma

Physikalisches Plasma
Physikalisches Plasma ist der 4. Aggregatzustand. Führt man Gas Energie zu, erhält man Plasma.

In der Natur kommt Plasma bei Blitzen und Wetterleuchten vor. In der Industrie wird Plasma bei Beschichtungen und zur Desinfizierung verwendet.

Wird es auf die Haut appliziert, wirkt es

- hoch anti-mikrobiell

- stimuliert die Zellteiung, sodass mehr Zellen für den Gewebsaufbau zur Verfügung stehen

- reduziert die Schmerzen, Juckreiz

Wissenschaftlicher Hintergrund Plasmamedizin
Die Plasmamedizin ist in den letzten 15 Jahren entstanden. Es gibt wenig Bereiche innerhalb der Medizintechnik, welche ein so breites wissenschaftliches Interesse erhielten wie die Plasmamedizin.

In Deutschland entstand 2011 der erste Lehrstuhl für Plasmamedizin. Hierzulande sind die beiden Universitäten Göttingen und Greifswald hervorzuheben sowie die Institute Fraunhofer, Leibnitz und Max-Planck.

In Zwischenzeit ist die Technologie weltweit an über 40 renommierten Universitäten, Kliniken und Instituten getestet worden.

Darunter so bekannte Namen wie North Carolina, Oxford, Cambridge, Osaka, … .

Gibt man bei Pubmed (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/) "coldPlasma medical" erscheinen über 1.300 Publikationen.

Neben der Anwendung bei Wunden, Ekzemen, Mykosen und viralen Hauterkrankungen wurde/wird kaltes Plasma in der Krebsforschung eingesetzt.

 

Im Jahr 2012 ist das erste Konsensuspapier zur Anwendung des kalten Plasmas erschienen.

Zwei Bücher fassen unabhängig voneinander den aktuellen Stand zusammen:


                     springer.com
                     uni-med.de

 

Wo wird kaltes Plasma eingesetzt?
Durch die Wissenschaft gesichert sind die Einsatzbereiche

  • Wunden (intraoperative Wunden, OP-Wunden, Wunden mit Wundheilungsstörungen, infizierte Wunden, generelle wundnachsorge)
  • Ekzeme (Hautirritationen, Pyodermien, Mauke, Sommerekzem, Maulwinkelentzündungen,…)
  • Mykosen.

 

Es ist Konsens, dass die coldPlasma Technologie bei diesen 3 Indikationen hervorragend geeignet ist und eingesetzt werden soll.


Antimikrobieller Effekt
Ein wichtiger Aspekt in der Behandlung mittels coldPlasma ist die antimikrobielle Wirksamkeit, welche u.a. durch Daeschlein bereits 2009 bei etlichen pathogenen Bakterien und Pilzen nachgewiesen wurde.

Dieser Effekt ist weltweit bestätigt worden und innerhalb der Wissenschaft unstrittig.

Als Hauptwirkmechanismus werden reaktive Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen (NO, OH, O3, H2O2 und O) benannt, welche im Plasma entstehen.

Stimulation der Zellteilung

Daeschlein führt in seinem Buch (uni-med.de) einige umfassende Studien (Brehmer et al.2014, Isbary et al. 2010 & 2012) mit sehr guten Ergebnissen an. In vielen weiteren Publikationen wird dieser Effekt bestätigt.

Großer Vorteil der Technologie:

  • Einfache Anwendung
  • Hoch effektiv
  • keine Nachteile
  • keine Nebenwirkungen

Literarturnachweise:

Daeschlein, G., von Woedtke, T., Kindel, E., Brandenburg, R., Weltmann, K. D., Jünger, M. 2009. Antibacterial activity of atmospheric pressure plasma jet (APPJ) against relevant wound pathogens in vitro on simulated wound environment. Plasma Process and Polymers 6:224–30. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ppap.200900059


Daeschlein, G., Scholz, S., Ahmed, R., Majumdar, A., von Woedtke, T., Haase, H., Niggemeier, M., Kindel, E., Brandenburg, R., Weltmann, K. D., Jünger, M. 2012. Cold plasma is well-tolerated and does not disturb skin barrier or reduce skin moisture. Blackwell Verlag GmbH, Berlin, Journal of the German Society of Dermatology 7(10):509–515. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22405534

Daeschlein, G., et al, Plasma Kurrier 1/2014: Stellenwert moderner physikalischer Behandlungsverfahren bei infizierten und kolonisierten Wunden in der Dermatologie

Haertel, Woedtke, Weltmann, Lindequist. Non-Thermal Atmospheric-Pressure Plasma Possible Application in Wound Healing. Biomol Ther (Seoul) 2014; 22(6): 477-490 http://www.biomolther.org/journal/view.html?uid=476&vmd=Full&


Weltman, Woedtke; Plasma Physics and Controlled Fusion 59(1):014031 · January 2017: Plasma medicine - Current state of research and medical application https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ctpp.201310068


Daeschlein G. et.al.: UNI-MED Verlag AG 2017; Physikalische Plasmatherapie – Theorie und Anwendungspraxis eines neuen Behandlungsverfahrens: S.57-73    uni-med.de


Helmke A, Hoffmeister D, Berge F, Emmert S, Laspe P, Mertens N, Vioel W, Weltmann KD (2011) Physical and microbiological characterization of Staphylococcus epidermidis inactivation by dielectric barrier discharge. Plasma Process Polym 8(4): 278-286. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ppap.201000168


Fridman G, Peddinghaus M, Balasubramanian M et al. (2006) Blood coagulation and living tissue sterilization by floating-electrode dielectric barrier discharge in air. Plasma Chem Plasma Process 27: 425–443. https://link.springer.com/article/10.1007/s11090-006-9024-4


Fridman G, Friedman G, Gutsol A, Shekhter AB, Vasilets VN, Fridman A (2009 Applied plasma medicine. Plasma Process Polym 5: 503–533. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ppap.200700154


Daeschlein G, Scholz S, ArnoldAet al. (2012) In vitro susceptibility of important skin and wound pathogens against low temperature atmospheric pressure plasma jet (APPJ) and dielectric barrier discharge plasma (DBD). Plasma Process Polym 9: 380–389. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ppap.201100160


Arndt S, Landthaler M, Zimmermann JL, Unger P, Wacker E, Shimizu T, Li YF, Morfill GE, Bosserhoff AK, Karrer S PLoS One. Effects of cold atmospheric plasma (CAP) on ß-defensins, inflammatory cytokines, and apoptosis-related molecules in keratinocytes in vitro and in vivo. 2015; 10(3):e0120041. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25768736


Korolov I, Fazekas B, Szell M, Kemeny L, Kutasi K. The effect of the plasma needle on the human keratinocytes related to the wound healing process. Journal of Physics D-Applied Physics. 2016;49(3):035401. http://iopscience.iop.org/article/10.1088/0022-3727/49/3/035401/meta