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Journal

Warum ich überzeugt bin, dass ColdPlasma die Tiermedizin nachhaltig verändern kann

Genau deshalb beschäftige ich mich seit 2018 intensiv mit der ColdPlasma-Technologie.

Von Jan LangGeschäftsführer, AMAMUS Vet

Meinungsbeitrag12 Min. Lesezeit

Mein Antrieb: Lokal behandeln, bevor wir den gesamten Organismus belasten

Es gibt einen Gedanken, der mich seit Jahren antreibt: Warum sollten wir den gesamten Organismus eines Tieres medikamentös behandeln, wenn das eigentliche Problem lokal auftritt?

Natürlich gibt es zahlreiche Erkrankungen, bei denen systemische Medikamente unverzichtbar sind. Aber es gibt eben auch unglaublich viele Situationen, in denen wir direkt dort ansetzen können, wo die Beschwerden entstehen: an der Haut, den Schleimhäuten oder in einer Wunde.

Mein Ziel ist es, Tierärzten, Tierheilpraktikern und Tierbesitzern Möglichkeiten an die Hand zu geben, mit denen sie solche Beschwerden einfach, schnell und unkompliziert behandeln oder deren Behandlung unterstützen können.

Möglichst lokal. Möglichst schonend. Und möglichst ohne systemische Medikation, sofern diese medizinisch nicht erforderlich ist.

Genau deshalb beschäftige ich mich seit 2018 intensiv mit der ColdPlasma-Technologie.

Und je mehr Erfahrungen wir damit sammeln, desto überzeugter bin ich, dass diese Technologie das Potenzial hat, die Behandlung zahlreicher dermatologischer Erkrankungen und Wunden grundlegend zu verändern.

Zwei entscheidende Faktoren: Keime reduzieren und Regeneration fördern

Was mich an ColdPlasma besonders fasziniert, ist die Kombination zweier biologischer Wirkmechanismen.

Erstens: die lokale Reduktion von Mikroorganismen.

ColdPlasma erzeugt unter anderem reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies, sogenannte RONS. Diese können Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen schädigen und dadurch die mikrobielle Belastung im behandelten Bereich reduzieren.

Dabei beschränken sich die untersuchten Effekte nicht ausschließlich auf die äußerste Oberfläche. Abhängig von der Technologie, den erzeugten reaktiven Spezies und dem behandelten Gewebe können biologische Wirkungen auch in oberflächlichen Gewebeschichten auftreten. Wie tief und in welchem Umfang diese Effekte reichen, ist allerdings nicht für jede Anwendung gleichermaßen geklärt.

Zweitens: die Unterstützung körpereigener Regenerationsprozesse.

In experimentellen Untersuchungen wurden unter geeigneten Behandlungsbedingungen unter anderem Effekte auf zelluläre Signalwege, Zellmigration und Prozesse der Wundheilung beobachtet.

Und genau diese Kombination halte ich für so bemerkenswert.

Wir können einerseits lokal die mikrobielle Belastung reduzieren und andererseits biologische Prozesse beeinflussen, die für die Regeneration des Gewebes wichtig sind.

Natürlich ist Wundheilung wesentlich komplexer als diese beiden Faktoren. Durchblutung, Immunreaktionen, Grunderkrankungen und viele weitere Einflüsse spielen ebenfalls eine Rolle.

Aber Keimkontrolle und Regeneration sind zwei zentrale Ansatzpunkte, die bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Verletzungen therapeutisch relevant sind.

Und daraus ergibt sich für mich der vielleicht größte Vorteil von ColdPlasma: Die Technologie ist nicht auf eine einzelne Erkrankung oder deren Ursache beschränkt.

Die Ursache können wir nicht immer heilen. Die Symptome müssen wir trotzdem behandeln.

Wenn ich mir die Fälle anschaue, mit denen unsere Anwender im Kleintierbereich arbeiten, fällt eines besonders auf: Ein großer Teil betrifft Tiere mit allergischen, entzündlichen oder immunologisch bedingten Hautproblemen.

In unserem Anwendungsumfeld machen solche dermatologischen Fälle den weitaus größten Anteil aus. Traumatische Verletzungen oder postoperative Wundheilungsstörungen sehen wir ebenfalls, aber deutlich seltener.

Beim Pferd ist das Bild anders. Hier spielen Verletzungen und Wunden eine wesentlich größere Rolle. Hinzu kommen dermatologische Probleme wie beispielsweise Mauke oder Sommerekzem.

Die Ausgangssituationen sind also völlig unterschiedlich.

Ein Hund mit atopischer Dermatitis hat eine andere Grunderkrankung als ein Pferd mit einer traumatischen Wunde. Eine Katze mit chronischer Entzündung der Maulschleimhaut benötigt eine andere Diagnostik als ein Hund mit wiederkehrender Otitis externa.

Und trotzdem gibt es Gemeinsamkeiten.

Entzündete oder geschädigte Gewebe können mikrobiell belastet sein. Die Hautbarriere kann gestört sein. Regenerationsprozesse können beeinträchtigt sein.

Hier können lokale Behandlungsansätze ansetzen.

ColdPlasma heilt keine Allergie. Es beseitigt keine genetische Veranlagung und korrigiert auch keine Autoimmunerkrankung.

Aber es kann im Rahmen eines geeigneten Behandlungskonzepts helfen, lokale Beschwerden und Gewebeveränderungen zu behandeln, die mit solchen Erkrankungen einhergehen.

Und genau darin liegt für mich ein enormer Wert.

Selbstverständlich müssen wir versuchen, die Ursachen einer Erkrankung zu identifizieren und möglichst ursächlich zu behandeln.

Aber in der tiermedizinischen Praxis gelingt das nicht immer. Manchmal lässt sich die Ursache nicht eindeutig feststellen. Manchmal ist sie bekannt, aber nicht vollständig zu beseitigen.

Und manchmal dauert die Ursachensuche schlicht länger, während das Tier bereits unter Juckreiz, Schmerzen, Entzündungen oder offenen Hautstellen leidet.

Sollten wir in dieser Zeit darauf verzichten, die Symptome bestmöglich zu behandeln?

Für mich ist die Antwort eindeutig: Nein.

Ursachenforschung und Symptomtherapie sind keine Gegensätze. Sie gehören zusammen.

Das Tierwohl verlangt, dass wir beides ernst nehmen.

Ich bin ein großer Befürworter von Antibiotika. Gerade deshalb möchte ich sie möglichst selten einsetzen.

Dieser Punkt ist mir besonders wichtig.

Ich bin kein Gegner von Antibiotika.

Ganz im Gegenteil: Ich halte Antibiotika für eine der bedeutendsten Errungenschaften der modernen Medizin.

Sie retten Leben. Und es gibt bakterielle Infektionen, insbesondere systemische oder schwere invasive Infektionen, bei denen eine angemessene antibiotische Therapie unverzichtbar ist.

Aber gerade weil Antibiotika so wertvoll sind, müssen wir verantwortungsvoll mit ihnen umgehen.

Bereits Alexander Fleming warnte vor den Gefahren einer unsachgemäßen Anwendung von Penicillin und der daraus entstehenden Resistenzentwicklung.

Heute wissen wir, wie berechtigt diese Warnung war.

Antibiotikaresistenzen gehören zu den großen medizinischen Herausforderungen unserer Zeit.

Je häufiger und insbesondere je unnötiger Antibiotika eingesetzt werden, desto stärker kann der Selektionsdruck auf resistente Bakterien werden.

Das bedeutet nicht, dass jede Antibiotikagabe zwangsläufig eine neue Resistenz erzeugt. Aber jeder vermeidbare Einsatz ist eine Möglichkeit, diesen Selektionsdruck zu reduzieren.

Deshalb halte ich es für entscheidend, zunächst zu prüfen, ob wir ein lokales Problem auch lokal ausreichend behandeln können.

Nicht aus ideologischen Gründen.

Sondern weil wir Antibiotika für diejenigen Situationen erhalten müssen, in denen wir sie tatsächlich benötigen.

Das Mikrobiom: Ein zweiter, häufig unterschätzter Grund

Neben der Resistenzentwicklung gibt es für mich einen weiteren wichtigen Grund, den Einsatz von Antibiotika kritisch abzuwägen.

Das Mikrobiom.

Auf unserer Haut, unseren Schleimhäuten und in unserem Darm leben komplexe Gemeinschaften von Mikroorganismen.

Diese Mikroorganismen sind nicht einfach nur passive Bewohner. Sie stehen in vielfältigen Wechselwirkungen mit dem Immunsystem, dem Stoffwechsel und der Barrierefunktion unserer Gewebe.

Wir wissen inzwischen, dass das Mikrobiom für zahlreiche physiologische Prozesse von Bedeutung ist.

Gleichzeitig verstehen wir viele dieser Zusammenhänge noch längst nicht vollständig.

Welche Veränderungen sind vorübergehend? Welche können langfristige Auswirkungen haben? Welche mikrobiellen Gemeinschaften sind unter welchen Bedingungen besonders wichtig?

Hier stehen wir wissenschaftlich in vielen Bereichen noch am Anfang.

Was wir aber wissen: Antibiotika können das Mikrobiom erheblich verändern.

Systemisch verabreichte Antibiotika können beispielsweise die Darmmikrobiota beeinflussen. Auch die mikrobiellen Gemeinschaften der Haut können durch antimikrobielle Behandlungen verändert werden.

Nicht jede Veränderung ist automatisch schädlich. Und selbstverständlich kann die Behandlung einer bakteriellen Infektion wichtiger sein als der Erhalt der ursprünglichen mikrobiellen Zusammensetzung.

Aber warum sollten wir unnötig in ein komplexes biologisches System eingreifen, dessen Funktionen wir noch nicht vollständig verstehen?

Für mich ist das ein weiterer Grund, systemische Antibiotikatherapien auf medizinisch begründete Situationen zu beschränken.

Dabei darf man eines nicht übersehen: Auch ColdPlasma wirkt antimikrobiell und kann lokale mikrobielle Gemeinschaften verändern. Dass es das gesunde Hautmikrobiom grundsätzlich schont oder langfristig weniger beeinflusst als jede andere Behandlung, wäre wissenschaftlich zu pauschal.

Der entscheidende Vorteil liegt für mich zunächst in der räumlich und zeitlich begrenzten Anwendung.

Wir behandeln gezielt den betroffenen Bereich, statt den gesamten Organismus einer systemischen antibiotischen Wirkstoffexposition auszusetzen.

Warum ich den Wirkmechanismus von ColdPlasma so spannend finde

ColdPlasma unterscheidet sich grundlegend von einer klassischen medikamentösen Therapie.

Wir verabreichen keinen Wirkstoff, der zunächst über den Blutkreislauf verteilt werden muss, um seinen Wirkort zu erreichen.

Stattdessen erzeugen wir physikalisch ein nichtthermisches Plasma, aus dem unter anderem reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies hervorgehen.

Diese reaktiven Moleküle können mit mikrobiellen Strukturen und biologischem Gewebe wechselwirken.

Das Besondere ist ihre Reaktivität.

Viele dieser Spezies sind kurzlebig. Sie reagieren mit ihrer Umgebung und werden dabei chemisch umgewandelt oder verbraucht. Andere entstehen als längerlebige Folgeprodukte und können weitere biologische Wirkungen entfalten.

Das bedeutet, dass die Einwirkung nicht einfach mit der langfristigen Verteilung eines systemisch verabreichten Arzneimittels gleichgesetzt werden kann.

Wir können die Behandlung gezielt auf einen bestimmten Bereich und eine definierte Anwendungsdauer begrenzen.

Das halte ich für einen großen Vorteil.

Natürlich bedeutet das nicht, dass ColdPlasma grundsätzlich nebenwirkungsfrei ist. Auch reaktive Moleküle können bei ungeeigneter Dosierung oder Anwendung Gewebe schädigen. Ihre Wirkung hängt unter anderem von Konzentration, Zusammensetzung, Einwirkdauer und Gewebeeigenschaften ab.

Deshalb sind geeignete Geräte, definierte Anwendungsprotokolle und die richtige Indikationsstellung entscheidend.

Aber die Möglichkeit, biologische Effekte durch eine kurze, lokale physikalische Behandlung auszulösen, ohne dafür zwangsläufig ein systemisch wirksames Medikament einzusetzen, eröffnet aus meiner Sicht enorme therapeutische Chancen.

Warum ich ColdPlasma nicht als Konkurrenz zur klassischen Medizin sehe

Manchmal habe ich den Eindruck, dass neue Therapieansätze danach beurteilt werden, ob sie bestehende Verfahren vollständig ersetzen können.

Ich halte das für den falschen Ansatz.

ColdPlasma muss weder Antibiotika noch andere etablierte Behandlungen ersetzen, um einen enormen medizinischen Nutzen zu haben.

Es muss vielmehr dort einen Mehrwert schaffen, wo bisherige Behandlungen an Grenzen stoßen oder durch eine zusätzliche lokale Therapie sinnvoll ergänzt werden können.

Bei einem Tier mit einer schweren systemischen bakteriellen Infektion werde ich nicht versuchen, eine notwendige Antibiotikatherapie durch eine lokale ColdPlasma-Behandlung zu ersetzen.

Bei einer lokal begrenzten Hautveränderung, einer oberflächlichen Wunde oder bestimmten entzündlichen Veränderungen stellt sich aber eine andere Frage:

Können wir durch eine gezielte lokale Behandlung eine ausreichende Verbesserung erreichen und dadurch gegebenenfalls auf eine systemische Medikation verzichten?

Genau diese Frage sollten wir viel häufiger stellen.

Und wir sollten sie ergebnisoffen beantworten.

Denn weder die pauschale Ablehnung von Medikamenten noch deren routinemäßiger Einsatz ohne ausreichende Indikation ist gute Medizin.

Gute Medizin bedeutet für mich, die verfügbaren Möglichkeiten sinnvoll zu kombinieren und die Behandlung am einzelnen Tier auszurichten.

Warum ich glaube, dass wir das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft haben

Was mich nach all den Jahren mit ColdPlasma immer wieder begeistert, ist die Vielseitigkeit.

Wir sehen Anwendungen an der Haut, in der Wundversorgung, im Gehörgang und an Schleimhäuten.

Wir arbeiten mit Hunden, Katzen, Pferden und zahlreichen weiteren Tierarten.

Die zugrunde liegenden Erkrankungen sind unterschiedlich. Die anatomischen Voraussetzungen sind unterschiedlich. Und natürlich unterscheiden sich auch die jeweiligen Therapieziele.

Trotzdem können dieselben grundlegenden physikalisch-biologischen Wirkmechanismen in sehr unterschiedlichen Behandlungssituationen relevant sein.

Das macht die Technologie für mich so außergewöhnlich.

Hinzu kommt, dass sich auch die technischen Möglichkeiten weiterentwickeln.

Während wir früher mit ColdPlasma-Systemen auf Basis der dielektrischen Barriereentladung gearbeitet haben, nutzen wir heute mit dem ViroCap eine piezoelektrische Plasmaquelle.

In unserem Anwendungsumfeld beobachten wir mit beiden Technologien überzeugende Behandlungsergebnisse. Der neue Ansatz bietet uns vor allem praktische Vorteile: Die Anwendung wird von den Tieren häufig kaum wahrgenommen, und wir können die erzeugten reaktiven Spezies auch in schwer zugängliche Bereiche wie den Gehörgang oder die Maulhöhle einbringen.

Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten erheblich.

Dabei wäre es aus meiner Sicht falsch, allein aus der Bauart einer Plasmaquelle auf deren therapeutische Überlegenheit zu schließen. Unterschiedliche Technologien können unterschiedliche Zusammensetzungen und Mengen reaktiver Spezies erzeugen.

Entscheidend ist letztlich, welche biologischen und klinischen Ergebnisse unter sicheren Anwendungsbedingungen erreicht werden.

Und hier brauchen wir weiterhin gute Forschung, kritische Beobachtung und vor allem einen offenen Austausch zwischen Wissenschaft und tiermedizinischer Praxis.

Eine Technologie für die Praxis – und für den Alltag

Was mich an ColdPlasma zusätzlich begeistert, ist, dass wir damit ganz unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen können.

Für unsere anwendenden Tierärzte steht häufig die enorme Vielseitigkeit im Vordergrund. Ob Hotspots, Leckekzeme, Pododermatitis, Otitis externa oder Wundheilungsstörungen: Mit derselben Technologie lassen sich zahlreiche unterschiedliche Indikationen behandeln oder deren Therapie unterstützen.

Und bei vielen dieser Anwendungen steht ein Ziel besonders im Mittelpunkt: Antibiotika möglichst vermeiden oder deren Einsatz reduzieren, ohne dabei Abstriche bei der Behandlungsqualität zu machen.

Für Tierbesitzer sieht die Motivation häufig ganz anders aus.

Hier geht es vor allem um die Möglichkeit, kleinere Probleme schnell, unkompliziert und möglichst professionell selbst versorgen zu können.

Gerade im Pferdebereich wird das deutlich. Wer ein Pferd besitzt, kennt die kleinen Verletzungen beim Training, die aufgescheuerte Haut oder die ersten Anzeichen einer Mauke.

Nicht jedes dieser Probleme erfordert sofort eine aufwendige Behandlung in der Tierarztpraxis. Gleichzeitig sollte man sie nicht einfach ignorieren und abwarten, bis daraus ein größeres Problem entsteht.

Warum also nicht eine Technologie, die sich in der professionellen Tiermedizin bewährt, auch für die Versorgung geeigneter, unkomplizierter Fälle zu Hause verfügbar machen?

Genau das war einer der Gründe, warum wir unser AMAMUS-Vet-System bewusst so einfach gestaltet haben.

Die Kombination aus Reinigung mit RINSE, lokaler ColdPlasma-Anwendung und anschließender Pflege mit DERMCARE soll eine strukturierte Versorgung ermöglichen, ohne komplizierte Abläufe oder aufwendige Technik.

Ein handliches, einfach zu bedienendes Gerät, das seinen Platz genauso in der Tierarztpraxis wie in der Stallapotheke finden kann.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dass Tierbesitzer den Tierarzt ersetzen. Unklare, tiefe, infizierte oder schlecht heilende Wunden und Erkrankungen gehören in fachkundige Hände.

Es geht vielmehr darum, die Möglichkeiten sinnvoll zu erweitern.

Einfache, geeignete Fälle können Tierbesitzer nach entsprechender Anleitung selbst versorgen. Komplexere Erkrankungen gehören in die Tierarztpraxis, wo dieselbe Technologie als Teil eines umfassenden Behandlungskonzepts eingesetzt werden kann.

Für mich ist genau das ein entscheidender Schritt: Eine Technologie, die nicht nur medizinisch vielseitig ist, sondern auch so unkompliziert, dass sie dort eingesetzt werden kann, wo sie gebraucht wird.

In der Praxis. Im Stall. Und zu Hause.

Local first – systemically second

Wenn ich meine Überzeugung auf einen einzigen Gedanken reduzieren müsste, wäre es dieser:

Behandle zuerst lokal, wenn es medizinisch vertretbar ist. Reicht das nicht aus oder erfordert die Erkrankung eine systemische Therapie, dann behandeln wir systemisch.

Denn warum sollten wir mögliche Nebenwirkungen systemischer Medikamente in Kauf nehmen, wenn wir das Behandlungsziel auch ohne sie erreichen können?

Natürlich verlangt dieser Ansatz eine sorgfältige Einschätzung der Erkrankung. Wo eine systemische Therapie von Anfang an angezeigt ist, darf sie nicht verzögert werden. Und wo wir uns für eine lokale Behandlung entscheiden, müssen wir deren Verlauf und Erfolg aufmerksam überprüfen.

Gerade bei unsicheren Fällen ist eine engmaschige Kontrolle entscheidend, damit wir rechtzeitig reagieren können, wenn die Behandlung nicht ausreichend anschlägt.

Ich bin überzeugt, dass wir durch eine konsequentere Anwendung dieses Grundsatzes in der täglichen Praxis erheblich weniger Antibiotika einsetzen könnten.

Und jeder medizinisch unnötige Antibiotikaeinsatz, den wir vermeiden, kann dazu beitragen, den Selektionsdruck auf resistente Keime zu verringern.

ColdPlasma ist für mich deshalb weit mehr als eine weitere technische Behandlungsmöglichkeit.

Es ist ein Werkzeug, das uns helfen kann, Therapie neu zu denken.

Weniger unnötige systemische Belastung. Mehr gezielte lokale Behandlung. Unterstützung der körpereigenen Regeneration. Und ein verantwortungsvoller Umgang mit Medikamenten, die wir auch in Zukunft dringend benötigen werden.

Gleichzeitig eröffnet die einfache Handhabung die Möglichkeit, geeignete kleinere Beschwerden bereits zu Hause professionell zu versorgen und komplexere Erkrankungen weiterhin in der tierärztlichen Praxis zu behandeln.

Ich bin überzeugt, dass wir erst am Anfang stehen, das Potenzial dieser Technologie wirklich zu verstehen und auszuschöpfen.

Und genau deshalb arbeite ich mit AMAMUS Vet daran, ColdPlasma möglichst vielen tiermedizinischen Anwendern und Tierbesitzern zugänglich zu machen.

Nicht, weil ich glaube, dass es die Antwort auf jede Erkrankung ist.

Sondern weil ich überzeugt bin, dass es bei vielen Erkrankungen ein wichtiger Teil einer besseren Antwort sein kann.