Warum ich mich mit Tiermedizin beschäftige
Ich bin weder Tierarzt noch Humanmediziner. Trotzdem beschäftigt mich Medizin seit vielen Jahren, beruflich genauso wie in meiner Freizeit. Mein Weg dorthin führte über die Medizintechnik, das Qualitätsmanagement und einen erfahrenen Oberarzt, der sich viel Zeit für meine Fragen genommen hat. Dass daraus irgendwann mein Schwerpunkt in der Tiermedizin und der Aufbau von AMAMUS Vet werden würden, war am Anfang noch nicht abzusehen.
Mein Einstieg in die Medizintechnik
Nach meinem Studium bin ich direkt in die Medizintechnik gewechselt. Bei einem mittelständischen Unternehmen war ich zunächst für interne Abläufe zuständig, später dann für das Qualitätsmanagement. Dabei habe ich mich vor allem um die Zulassungen unserer Medizinprodukte gekümmert.
So bekam ich intensiven Kontakt mit medizinischen Themen und den regulatorischen Anforderungen dahinter. Ich war auch in die Entwicklung eingebunden und hatte mir notiert, warum bestimmte Entscheidungen getroffen worden waren. Mich interessierte zunehmend, welche medizinischen Überlegungen hinter unseren Produkten standen. Gleichzeitig entstand ein immer breiteres Netzwerk aus Ärzten und anderen medizinischen Fachleuten.
Eine klinische Bewertung als Wendepunkt
Ein Erlebnis ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Für die Zulassung eines Medizinprodukts brauchten wir eine klinische Bewertung. Der zuständige Arzt sagte immer wieder zu, sie zu schreiben. Im Klinikalltag fand er aber schlicht nicht die Zeit dafür. Das habe ich später noch oft erlebt: Gerade Ärzte, die sehr intensiv in der praktischen Arbeit stehen, kommen kaum dazu, ihr Wissen auch aufzuschreiben.
Da ich die Entwicklung und die Hintergründe unserer Entscheidungen kannte, setzte ich mich selbst daran. Ich recherchierte, las viele Studien und erarbeitete einen Entwurf der klinischen Bewertung. Diesen gab ich dem Arzt zur fachlichen Prüfung.
Er war ein sehr erfahrener Mediziner, der noch mit Anfang 70 als Oberarzt an einem Klinikum in Karlsruhe arbeitete. Ihn beeindruckte, wie intensiv ich mich als Nichtmediziner in das Thema eingearbeitet hatte. Daraus entstand eine Zusammenarbeit, von der ich enorm profitiert habe.
Wir saßen mehrmals pro Woche abends zusammen, oft den ganzen Abend. Er erklärte mir medizinische Grundlagen und beantwortete meine Fragen. Danach fuhr ich nach Hause und verbrachte manchmal noch die halbe Nacht damit, Studien zu lesen und das Besprochene nachzuarbeiten. So bin ich Schritt für Schritt tiefer in die medizinischen Themen hineingekommen.
Wie ich bis heute dazulerne
Parallel habe ich mir ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Ärzten aufgebaut. Auch in meiner Freizeit haben wir viel über Medizin gesprochen. Daraus habe ich unglaublich viel mitgenommen, und das mache ich bis heute. Wo andere abends einen Roman lesen, lese ich häufig wissenschaftliche Veröffentlichungen oder Studien, weil mich die Fragen dahinter einfach interessieren.
Über die Jahre ist so in meinen Schwerpunkten ein tiefes Fachwissen entstanden, insbesondere rund um Haut und Wunden. Das ersetzt kein medizinisches Studium und auch nicht die fachliche Breite eines Tierarztes oder Humanmediziners. In diesen abgegrenzten Themen kann ich aber sehr detailliert mit Fachleuten und Professoren diskutieren: Welche Ansätze sind sinnvoll? Wo fehlen Erkenntnisse? Und was brauchen wir, um weiterzukommen?
Von der Humanmedizin zu AMAMUS Vet
Mein nächster beruflicher Schritt führte mich zu einer Ausgründung aus dem Fraunhofer-Institut. Dort ging es hauptsächlich um antimikrobielle Lösungen für den humanmedizinischen Bereich, ebenfalls im Umfeld der Medizintechnik.
Privat hatte ich immer auch einen Hund. Deshalb kam bei mir relativ schnell der Gedanke auf, diese Themen auch für die Tiermedizin aufzugreifen und dafür eine eigene Marke aufzubauen. Innerhalb des Unternehmens habe ich dann eine erste Marke gegründet.
Nach einem kurzen beruflichen Zwischenschritt bin ich in die Selbstständigkeit gegangen und habe begonnen, AMAMUS Vet aufzubauen. Seitdem liegt mein beruflicher Fokus auf der Veterinärmedizin. Aus meinem Interesse an medizinischen Zusammenhängen ist damit ein eigener unternehmerischer Weg geworden.
Warum ich in dieser Branche bleiben möchte
Ich arbeite einfach gern mit den Menschen in der Tiermedizin zusammen. Ich sage manchmal etwas salopp: Die Arschlochquote ist hier relativ gering. Gemeint ist damit, dass ich die Branche als ausgesprochen menschlich und familiär erlebe.
Nach meiner Erfahrung entscheiden sich die wenigsten für den Tierarztberuf, weil sie möglichst viel Geld verdienen wollen. In den Gesprächen, die ich führe, spüre ich vor allem das Interesse am Tier und den Wunsch, ihm zu helfen. Diese Haltung macht die Zusammenarbeit für mich besonders.
Deshalb beschäftige ich mich heute so intensiv mit Tiermedizin: weil mich die fachlichen Fragen neugierig halten und weil mir der Austausch mit den Menschen in dieser Branche viel Freude bereitet. Ich lerne weiterhin ständig dazu. Genau das möchte ich auch in Zukunft tun und mit AMAMUS Vet weiterarbeiten.